Sonntag, 30. Dezember 2012

Ende eines Jahres

Am letzten Blogeintrag dieses Jahres werde ich heute und morgen schreiben - vorausgesetzt ich werde ihn bis dahin fertigstellen können. In letzter Zeit ist nämlich einiges passiert: Besuch von meinen Eltern und der damit verbundene Urlaub, Besuch von den Mitbewohnern und schließlich ein anstehendes Filmprojekt. Und wegen dem Urlaub musste ich natürlich in letzter Zeit öfter arbeiten.
Am 17. Dezember sind meine Eltern angekommen. In den Tagen darauf waren wir in Herzliya. Ich konnte ihnen meinen Wohnort und meine Arbeit zeigen, außerdem machten wir einen Ausflug nach Caesarea, zu den römischen Ausgrabungen.

Der Strand von Herzliya Pituach

Das römische Aquäduct von Caesarea

Die restlichen Tage verbrachte wir Ein Gedi am Toten Meer (dem tiefsten Punkt der Erde), wo wir wanderten und uns im Spa entspannten. Wir wurden von schönem Wetter und dem guten Essen des Hotels verwöhnt.


Das Tote Meer mit Jordanien im Hintergrund

Weihnachten verbrachte ich in Jerusalem und besuchte die mit Touristen überfüllte Altstadt. Es war weder Weihnachtsdekoration zu sehen, noch herrschte weihnachtliche Stimmung. Es war einfach nur voll, bei dem schönen Wetter auch verständlich.


Sonntag, 16. Dezember 2012

Chanukka

Schneien wird es in Herzliya nie, trotzdem hab ich den Blog nun leicht winterlich gestaltet. Diese Woche fand das Chanukkafest statt, welches natürlich auch in unserer Einrichtung  gefeiert wurde. Den Tag über wurden Lieder gesungen und Krapfen gegessen, Abends hat immer ein anderer Behinderter den großen Leuchter angezündet.
Viel interessanter war aber das Geschenk, das Moti, der Chef unserer Einrichtung uns Freiwilligen gemacht hat. Am Freitag, den 14.12. wurden wir von ihm zum Flughafen in Herzliya gefahren und haben einen kleinen Rundflug über Israel bekommen. Von Herzliya flogen wir in einer Cessna 310 in den Norden Israels bis zum See Genezareth und wieder zurück. Dank dem relativ guten Wetter hatten wir eine hervorragende Sicht, nur in Herzliya hielten sich die Wolken.








Samstag, 8. Dezember 2012

Viele Ausflüge

Wie ich bereits angekündigt habe, fanden in dieser Woche viele Ausflüge statt, über die ich gerne berichten möchte:

Am Montag waren wir in einem Park in Herzliya, wo wir spazieren gingen, Sport machten und Kaffee tranken. Das Wetter spielte mit und die Behinderten hatten jede Menge Spaß, genau wie auf der Busfahrt  zurück in die Einrichtung.





Am folgenden Tag fuhren wir mit den Rollstuhlfahrern in einem speziellen Bus nach Beit Guvrin. Wir schoben die Rollstühle durch mehrere Höhlen und bekamen eine Führung. Um die Akustik der Höhlen zu verdeutlichen hatten die Behinderten die Möglichkeit mit Musikinstrumenten Geräusche zu erzeugen. Nach dem Höhlenbesuch waren wir in einem Restaurant in Latrun Mittagessen.



Und den letzten Ausflug machte ich am Donnerstag, als wir mit 3 Behinderten im Café waren. Immer wenn Geburtstage der Behinderten anstehen, gehen wir in dieses Café. Dieses Mal gab es Sufganiot, also Chanukka-Krapfen und heiße Schokolade.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Nichts passiert

Letzte Woche habe ich eine Ausnahme gemacht und mal nichts geschrieben, weil es einfach nichts Neues gab. Und diese Woche ist es nicht anders. Ich bin im Arbeitsalltag und fahre, wenn ich frei habe mit dem Fahrrad. Für diese Woche sind zwei Ausflüge mit den Behinderten angekündigt. Nächstes Wochenende habe ich also mehr zu berichten.

Sonntag, 18. November 2012

Dummheit

Im Prinzip war die letzte Woche eine reine Arbeitswoche. Ich kann also über nichts Interessantes berichten, außer dass ich mir am Montag bei der Arbeit einen kleinen Schiefer eingezogen habe und ich natürlich sofort zu den Krankenschwestern gegangen bin, die ihn mir professionell entfernt haben. Am Mittwoch war ich wohl zum letzten Mal für dieses Jahr im Mittelmeer schwimmen. Außerdem habe ich ein kleines Video von Herzliya zusammengeschnitten. (1.Teil Strand/2.Teil Stadt)



Warum lautet der Titel meines neuen Eintrags aber Dummheit? Ganz einfach wegen der aktuellen Situation. Vor genau 2 Monaten habe ich versucht, etwas darüber zu schreiben, warum der Syrienkonflikt so wichtig ist. Ich habe geschrieben, dass die Lage in Israel sehr ruhig ist und es den Iran-Krieg nicht geben wird und der Iran niemals eine Atombombe auf Israel abwerfen wird. Ich habe das geschrieben, obwohl alle Experten auf Seminaren gesagt, dass es diesen Herbst einen Irankrieg gibt. 
Und wie sieht die Lage jetzt aus? Ich habe mich getäuscht. Es ist in Israel nicht mehr sehr ruhig. Aber ich habe mich nicht so sehr getäuscht wie die Experten. Wo ist der Irankrieg? Es gibt keinen Irankrieg. Aber mit Gaza gibt es Probleme. Warum in diesem Ausmaß? 
Seit Monaten war die Lage in Israel ruhig. Zwar kamen immer wieder Raketen aus dem Gaza-Streifen und Israel hat diese beantwortet (z.B. mit Drohenangriffen), aber es ist nichts eskaliert. So war es auch bis vor wenigen Tagen. Es sind in Israel keine Menschen gestorben, aufgrund der Gaza-Raketen der letzten Monate. Doch nach kleinen Vorfällen an der Grenze (an denen beide Seiten Schuld sind) kommt Israel nun auf die Idee, den Führer der Hamas zu töten. Zielgenau wurde sein Auto aus der Luft getroffen. Aber das hat nicht gereicht. Es mussten weitere Angriffe durchgeführt werden, bei denen Zivilisten in Gaza starben. Warum? Meint Israel es kommen anschlievßend keine Reaktionen? Erst nachdem Israel diesen Angriff durchgeführt hat sind, hat die Hamas in dem Ausmaß reagiert, dass durch ihre Raketen Israelis getötet wurden. Davor kamen zwar Raketen von der Hamas, es sind aber keine Israelis gestorben. Wer ist nun an den toten Israelis Schuld? Und daran das die Situation schlimmer geworden ist? Genau das bezeichne ich als Dummheit. Oder Israel möchte einfach Krieg. Sonst hätte es ja die zahlreichen Soldaten umsonst. Und die irrsinnigen Ausgaben für das Militär auch. Die letzten Jahre waren für Israel wohl einfach zu ruhig. Man hatte keine konkrete Angst. Deswegen musste man die Iran-Lüge erfinden. Und die Angst vor dem Iran hat scheins auch nachgelassen. Also ist es mal wieder Gaza. Und im Januar sind ja auch Wahlen in Israel. Mir wäre es ja eigentlich egal. Aber viele der Freiwilligen bekommen Angst und 3 sind wieder nach Deutschland zurückgeflogen.

Sonntag, 11. November 2012

Neuigkeiten


Diese Woche begann mit dem Besuch einer Behinderteneinrichtung in Kfar Saba, um dort Physiotherapie zu machen. Mit 3 von unseren Behinderten blieb ich für mehrere Stunden dort, weil wir erst nach sehr langer Wartezeit an der Reihe waren. Vor dem Ende meiner Schicht aßen wir vom Haus Carmel noch einen leckeren Kuchen, den eine Mitarbeiterin mitgebracht hatte. Am Abend waren alle Freiwilligen mit ein paar Angestellten vom Büro und dem Chef Moti zum Abendessen bei Odette, einer Kunstlehrerin eingeladen. Weil die anderen keine Lust hatten ging ich nur mit Rahel. Das große und stilvoll eingerichtete Haus befindet sich nur fünf Minuten von unserer Einrichtung entfernt. Als wir ankamen empfing uns Musik von Edith Piaf, ein schön dekorierter Tisch gefüllt mit französischen Köstlichkeiten und die Gastgeberin mit ihren Gästen. Es gab Käseplatten mit verschiedensten Sorten von Französischem Käse, mehrere unterschiedliche Weine, Datteln und vieles mehr. Odette ist in Saarbrücken nach dem Zweiten Weltkrieg geboren, als es noch französisch war. Deutsch lernte sie in der Schule, da Saarland (als letztes westdeutsches Bundesland) seit den fünfziger Jahren zur BRD gehört. Nach ewigen Erzählungen (Rahel und ich sind am Längsten geblieben) machten wir uns dann schließlich auch auf den Heinweg.
Am Dienstag fand schließlich ein Picknick für einen Teil der Behinderten in einem Park in Herzliya statt. Was schon Tage vorher als Picknick bezeichnet wurde stellte sich dann aber eher als Grillabend heraus. Jedenfalls war ich (von Carmel) mit den Mitarbeiterinnen Schlomit von Tavor und Michal von Gilboa nicht für das Grillen verantwortlich. Das machten ein paar Araber, die extra dafür engagiert wurden. Den Behinderten und mir natürlich schmeckte es sehr gut. Zum Abschluss machten die Araber noch eine kleine Musikaufführung.

Michal und Schlomit

Gegrillt wurden Fleischspiesse, Würste und Pita

Außerdem war ich diese Woche mit dem Behinderten Jossi (mit dem ich vor einigen Wochen schon im Krankenhaus war) beim Augenarzt. Am Donnerstag war ich mit einer Mitarbeiterin und 2 Rollstuhlfahrern in einem Cafe im Stadtzentrum. Und obwohl der Rückweg nur sehr leicht bergauf geht, war es sehr anstrengend den Rollstuhl zu schieben.
Freitag und Samstag verbrachte ich bei sehr kaltem Wetter und Regen in Jerusalem. Übrigens: der Blick aus dem Fenster unserer WG sieht zur Zeit so aus:



Sonntag, 4. November 2012

Noch kein Winter

Wie ich von zahlreichen Berichten am Anfang dieser Woche hörte, ist in Deutschland der Winter für kurze Zeit angebrochen. Hier hingegen hält man es selbst im November in der Mittagssonne nur schwer aus. Viel passiert ist in der letzten Woche nicht. Am Sonntag habe ich einen Radausflug bis zur Grenze zu den Palästinensergebieten gemacht. Von uns ist das gar nicht weit: ca. 15km.
Am Mittwoch habe ich Vormittags erneut einen Radausflug gemacht. Eigentlich wollte ich in den arabischen Ort Tira fahren, aber wegen zuviel Verkehr und keinem Radweg fuhr ich nur bis zum "deutschen" Moschaf Sede Warburg.



Abends war ich mit den Behinderten beim Sportprogramm, welches in einem Park in Herzliya stattfand. Fitnessübungen, Fahrrad fahren und Nordic Walking gehörten zu den Disziplinen, die die meisten eher schlecht als recht meisterten. Aber der Spaß und die Bewegung sollte ja im Vordergrund stehen. Und es war interessant zu sehen wie Passanten die Behinderten beobachteten.

Abends am Park: Nach den Behinderten haben die Passanten Fitness gemacht
Am Donnerstag machte ich einen kleinen Ausflug nach Pituach, um mit das Hotel Tadmor anzuschauen, für Besuch von Deutschland. Am Rückweg habe ich jetzt erst bemerkt, dass die Flugzeuge in Herzliya beim Landeanflug nur wenige über der Straße fliegen. Für alle reichen Einwohner bietet die Stadt diesen kleinen Flughafen.

Hotel Tadmor in Herzliya Pituach
Flugformationen über den kleinen Flughafen



Samstag, 27. Oktober 2012

Aus dem Alltag

Diese Woche ist wenig Aufregendes passiert, deshalb werde ich etwas über den Alltag schreiben. Außerdem gibt es wieder ein kleines Video zu sehen.

Am Sonntag war ich mit Jossi, einem recht alten Behinderten im großen Krankenhaus von Kfar Saba. Alle wichtigen Unterlagen hatte ich dabei und nach und nach fand ich mich etwas zurecht. Jedenfalls waren wir nach einer Röntgenuntersuchung bei der ärztlichen Untersuchung und der Heilungsprozess nach der Operation ist laut dem Arzt sehr gut verlaufen. Rivka hat zwischendurch angerufen und gefragt, ob alles in Ordnung ist. Nachdem ich mit Jossi wieder mit dem Taxi zurückgekommen bin, war Rivka sehr froh, dass ich alleine alles hinbekommen habe. Solche Aufgaben kann ich jederzeit wieder machen, meinte sie. Jossi kann übrigens nur ganz langsam mit einem Rollator gehen, braucht Hilfe beim Aufstehen, Anziehen, auf die Toilette gehen etc.  

Dienstag besuchte ich den Strand und ging baden. Während des Sonnenuntergangs ist dieses Video entstanden: 



Und um mal einen Arbeitsalltag zu beschreiben, nehme ich den Mittwoch:

5.50 Uhr: Mein Wecker klingelt, ich drehe mich noch einige Male im Bett und stehe dann langsam auf. Ich gehe auf die Toilette, wasche mich, mache mich fertig und trinke einen Kaffee, um wach zu bleiben - oder überhaupt erst richtig aufzuwachen. Die anderen Freiwilligen schlafen um diese Zeit noch.

6.30 Uhr: Pünktlich mache ich mich auf den Weg und gehe quer über den Hof zum Haus Carmel. Im ersten Stock angekommen begrüße ich die Mitarbeiter und mache mich gleich in die Abteilung 4. Dort wecke ich die Männer auf und dusche sie. Zähne werden geputzt und es geht wieder zurück ins Zimmer. An- und ausziehen können sie sich selbstständig (dauert nur sehr lang). Manchmal brauchen sie Hilfe, wenn sie die Hose verkehrt herum anziehen. 

7.00 Uhr: Jetzt rasiere ich die Männer und kämme immer eine Behinderte, die mit einem Kamm auf mich zukommt. Bis 8.00 Uhr sitzen die meisten vor dem Fernseher, andere hören in ihren Zimmern Musik.

7.30 Uhr: Der Colasüchtige Moschiko bekommt immer um diese Zeit etwas Cola. Die Mitarbeiter bringen mir meistens einen Tee. Ich beaufsichtige Abteilung 4, schaue, dass niemand rausläuft und sich niemand schlägt.

8.00 Uhr: Nun fahre ich die Behinderten, die im Rollstuhl sitzen über den Hof zum Speisesaal. Es gibt Frühstück und wie vor jeder Mahlzeit werden den Behinderten Plastikschürzen angezogen, damit sie die Kleidung nicht verschmutzen. Ich gebe mit den Mitarbeitern das Essen aus und füttere einen Teil der Behinderten. Sobald jeder fertig mit dem Essen ist, werden die Schürzen entfernt und jedem der Mund abgewischt.

9.00 Uhr: Meine Behindertengruppe sitzt nun im Bestecksortierungsraum. Abwechselnd essen die Mitarbeiter Frühstück in einem kleinen Raum neben den Speisesaal.

9.30 Uhr - 12 Uhr: Ein Teil der Behinderten sortiert Plastikmesser, ein anderer geht in den Keramikraum, den Webraum oder zu Hundetherapie. Ich nehme einige Behinderte und gehe mit ihnen zum Park, der sich gegenüber der Einrichtung befindet. Um 10 Uhr gibt es immer eine Teepause.

12.15 Uhr: Ab dieser Zeit gibt es Mittagessen. Genau wie beim Frühstück essen erst die Behinderten, dann die Mitarbeiter. Im Unterschied zum Frühstück sitzt man beim Mittagessen neben den Behinderten und nicht im kleinen Essensraum für die Behinderten.

13.00 Uhr: Nun geht es wieder zum Haus Carmel zurück und zwar mit allen Behinderten. Manche machen Mittagsschlaf, andere schauen fern oder hören Musik. "You can go, or you can stay. What you want." sagt Rivka immer. Meistens sitzen wir dann noch zusammen und trinken Tee oder Kaffee und essen etwas Süßes. Oft bekomme ich noch etwas mit, verabschiede mich und gehe dann wieder über den Hof zurück in unsere Wohnung. Nachdem ich dusche und die "Arbeitskleidung" ausziehe, ruhe ich mich meistens aus.


Am Donnerstag wurde ich von Rafi, einem Mitarbeiter aus einem anderen Haus eingeladen, mit zu einem Fußballspiel zu kommen. Mit 6 Behinderten, die auch gerne Fußball spielen, fuhren wir mit unserem VW-Bus nach Tel Aviv in das Bloomfield Stadion. Es spielte Hapoel Tel Aviv gegen Victoria Pilsen im UEFA Cup. Leider verlor Tel Aviv mit 1:2, aber die Behinderten hat das nicht geärgert.



Samstag, 20. Oktober 2012

Ausflug und mehr


Inzwischen habe ich ein Video aufgenommen, dass die WG von innen zeigt. Leider ist es etwas verwackelt, was aber kein Wunder ist, wenn man filmt und sich gleichzeitig bewegt. Man findet es neben einer Skizze der Einrichtung nun unter: http://david-in-israel.blogspot.co.il/p/meine-einrichtung-wg.html

Montags war ich den ganzen Tag am Strand und dachte mir, dass ich die Sonne nochmal ausnutzen sollte. Doch wenn man denkt, dass man von einer Sache nicht genug bekommt, übertreibt man es meist. Am Abend war mein Gesicht rot und die Kollegen, die mit denen ich gemeinsam zu Abend aß, machten sich Sorgen. Jeder sagt dann: "Oh was hast du gemacht? Du bist so rot! sollen wir zu den Krankenschwester gehen?" Doch alles war natürlich halb so schlimm, besonders weil am Dienstag ein großer Ausflug anstand. Mit ca. 40 Behinderten machten wir uns gleich in der Früh auf den Weg. Ein Reisebus brachte uns ein CaféCafé in Bet Shemesh. Dort Frühstückten wir sehr vornehm und erstaunlicherweise konnten sich die Behinderten auch etwas zusammenreißen anständig zu essen. Dazu muss man sagen, dass natürlich nur die fittesten Behinderten mitgekommen sind. Nachdem die Behinderten fertig gespeist hatten, fragte mich Rivka, was ich gerne haben würde. Ich nahm das selbe Frühstück (Schafskäse, Tomatensalat, Omelett, etc.) wie die Behinderten, aber mit Eiscafé.



Anschließend fuhren wir weiter zur Sorek-Höhle, die nahe Bet Shemesh liegt. Eigentlich war es nicht erlaubt, Fotos aufzunehmen, aber als der Aufpasser und Gruppenführer weiter vorne war, nutze ich die Gelegenheit aus. Den Behinderten gefiel es natürlich sehr gut, auch wenn der Weg in der Höhle sehr schmal und rutschig war.


Da wir auf den letzten Kilometern nach Jerusalem wieder im Stau standen, kam der Zeitplan etwas durcheinander. Erst um 15.30 aßen wir in einem guten Restaurant in Jerusalem zu Mittag. Vor- und Hauptspeise waren typisch arabisch/israelische Küche, genauso wie die Baklava zum Nachtisch.



Während der weiteren Fahrt zur Klagemauer haben die Mitarbeiter die Behinderten nach ihren Wünschen und Sorgen gefragt und sie dann auf Zettel geschrieben. Jeder der Behinderten steckte dann seinen Zettel in die Westmauer des ehemaligen Tempels.


Zum Abschied gab es für jeden an einer Autobahnraststätte Cola oder Eis. Da ich heute schon um 6.30 Uhr zu Arbeiten anfing und es mittlerweile 20 Uhr war, entschied ich mich für Cola. 2 Minuten später kam Rivka und gab mir auch noch ein Eis. Später bekam ich dann nochmal Cola. Und weil ich angeblich nicht genug esse, bekam ich zum Schluss noch ein zweites Eis. Müde fuhren wir alle zurück zur Einrichtung.

Am Mittwoch kamen Studenten von der privaten Universität Herzliya zu uns. Ich unterhielt mich mit einer, die wissen wollte, wo der Keramikraum ist. Nach 2 Stunden zuschauen sind alle Studenten wieder gefahren. Eigentlich ist es schade, dass wir wenig mit Gleichaltrigen zu tun haben. Am Nachmittag freute ich mich sehr, dass Post von zu Hause kam. Und am Freitag holte ich unser Essen für die nächste Woche (Foto unten), und schlief den Nachmittag. Samstag musste ich Nachmittags/Abends arbeiten. Rivka schenkte mir mal wieder einen Kuchen.



Samstag, 13. Oktober 2012

Fahrradfahren

Am Anfang der Woche bekamen wir endlich die versprochenen Fahrräder. Insgesamt 4 gebrauchte Mountainbikes in fahrbarem Zustand mit Schlössern brachte uns Moti, der Chef der Einrichtung vorbei. Da die Anderen arbeiten mussten, machte ich sofort alleine einen Ausflug in die Umgebung. Ich fuhr nordwärts nach Ra'anana und nach der Stadt fand ich einen Weg der durch Zitrusplantagen führt. Leider sahen alle Früchte wie auf dem Bild aus: grün und noch nicht reif. Im Dezember würde man hier durch eine gelb-orange Landschaft fahren. Meine letzte Kraft hob ich mir für einen steilen Hügel auf, von dem man eine Sicht über die Umgebung hat. Man kann die Landschaft vom Meer bis zu den Palästinensergebieten und von Netanya bis nach Tel Aviv betrachten.


Zitrusplantagen

Über die Arbeit mit den Behinderten gibt es wenig Neues zu erzählen. Sie macht mir nach wie vor sehr viel Spaß. Und auch die Mitarbeiter sind sehr nett. Am Mittwoch war ich gerade dabei zu Fuß ins Zentrum zu gehen, um mich mal etwas zu bewegen, weil man bei der Arbeit die meiste Zeit sitzt oder steht. „You go Center?“ rief mir eine Mitarbeiterin nach, obwohl ich schon einige Meter entfernt war. Sie nahm mich im Auto mit, obwohl sie nicht mit mir zusammenarbeitet und ich sie noch gar nicht richtig kannte. Mit einem Sicherheitsmann (der leider nicht so oft hier arbeitet) habe ich diese Woche Filme im kleinen Wachhaus beim Eingang geschaut und Bilder angeschaut. Das Personal, dass parallel dazu Nachtschicht hatte, brachte uns Kekse. Es herrscht immer eine gute Atmosphäre.

Am Freitag machten wir den längsten Fahrradausflug bis jetzt. Mit Hannah und Natalie fuhr ich ca. 18km bis zum Künstlermarkt Nahalat Binyamin, der in der Tel Aviver Innenstadt gelegen ist. 

Abfahrt vor unserer WG in der Früh
Kurz vor Tel Aviv

Die Strecke führt teils am Meer entlang und ist sehr schön. Auf dem Künstlermarkt findet man eine große Auswahl an Schmuck und Dekorationsobjekten, bunten Seifen und kleinen Gemälden. Unserer Räder sperrten wir vor dem Besuch selbstverständlich gut ab und nahmen die Sattel im Rucksack mit. Fahrräder werden in Tel Aviv gerne gestohlen, damit haben die anderen Freiwilligen auch schon eine bittere Erfahrung machen müssen. Da Schmuck eher weniger mein Fall ist, leistete ich mir schließlich ein Eis in der Rothschild Blvd.

Wunderschöne Ketten auf dem Künstlermarkt in Tel Aviv
Vanille und Cookies

Insgesamt war der Ausflug zwar lang (36km), aber der Weg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Auf den Künstlermarkt möchte ich jeder Zeit wieder gehen und mir irgendwann auch eine Kleinigkeit zulegen. Übrigens haben wir um 8 Uhr noch Frühstück in der Einrichtung gegessen, uns ein Lunchpaket gemacht (wir konnten uns dadurch Kosten für ein Mittagessen sparen) und sind vor dem Abendessen schon wieder angekommen.
Auf nächste Woche bin ich sehr gespannt, denn am Dienstag steht ein Tagesausflug nach Jerusalem, organisiert von der Einrichtung, an. Außerdem haben wir nun Jahreskarten vom Country Club Herzliya, der Innen und Außen Swimming Pools, einen Whirlpool und Sauna hat. Wahrscheinlich werde ich aber in den nächsten Wochen noch eher zum Meer fahren, weil man nur noch einen knappen Monat angenehm Baden kann. Danach gehen die Wassertemperaturen unter 20°C. Den Country Club kann man den ganzen Winter besuchen. Insgesamt bin ich froh, wenn ich jeden Morgen genau mit der Sonne aufstehe, und quer über den Hof zur Arbeit gehe. Ich bekomme nichts von schlechtem deutschen Wetter mit. Nur von lächerlichen Meldungen (da haut es mir fast den Laptop aus der Hand), dass nach Massenmörder Henry Kissinger, Terroristenmacher Jassir Arafat und einem gewaltstiftenden Barack Obama nun die Führung der EU mit einem Friedensnobelpreis 'geehrt' wird, leider schon.

Samstag, 6. Oktober 2012

Endlich Bilder


Zuerst möchte ich sagen, dass ich mich sehr freue, dass es inzwischen endlich geklappt hat, meine kleine Video/Bildershow vom ersten Strandtag in Herzliya hochzuladen. Genau einen Monat später könnt ihr nun endlich einen richtigen Eindruck vom Strand bekommen. Demnächst werde ich ein Video hochladen, das mehr von Herzliya und der Einrichtung zeigt. Natürlich versuche ich alles möglichst in HD zu bearbeiten; für bessere Videoqualität also einfach unten rechts auf HD klicken und zum bestätigen nochmal klicken. Bitte auf jeden Fall anschließend auf das Symbol für Vollbild rechts neben HD klicken. Lautsprecher anmachen. Egal ob einem die Musik gefällt oder nicht. Und dann den steinigen/felsigen Teil unseres Strandes bewundern!




Nun zur vergangenen Woche: Von Samstagabend bis Dienstagabend war ich bei meiner Tante. Da zur Zeit Sukkot, das jüdische Laubhüttenfest, stattfindet, war ich zwei Mal zum Essen eingeladen. Den Sonntagabend verbrachte ich in Kiryat Gat bei Bekannten und am Montag war ich zum Mittagessen bei den Nachbarn meiner Tante eingeladen. Dort lernte ich zwei Jungs kennen, mit denen man sich endlich mal länger und normal unterhalten konnte. Sie erzählten mir viel über sich und konnten auch bestätigten, dass ein großer Teil der jungen israelischen Männer sich so verhält, wie ich schon beschrieben hatte. Mittlererweile habe ich festgestellt, dass man sich mit den etwas religiösen besser unterhalten kann. Während der ganzen Zeit in Jerusalem war es bedeckt und teilweise hat es geregnet, bei knapp 30°C. Als wir in der Sukka saßen, kamen einige Tropfen durch das dünne Dach der Laubhütte. Und der erste Regen nach dem Sommer hat jede Menge Staub und Dreck mitgebracht. Den Dienstag verbrachte ich bei meiner Tante im Haus und half dabei, Betten umzubauen und etwas umzuräumen. Abends fuhr ich zuerst von Jerusalem nach Tel Aviv und stieg dort in den Bus nach Herzliya um, der direkt auf der Rückseite unserer Einrichtung anhält.
Den Rest der Woche musste ich arbeiten. Leider werde ich wohl nicht mehr 5 Tage am Stück freibekommen, weil man angeblich nicht so lange am Stück arbeiten soll. Für 4 freie Tage muss ich 10 Tage am Stück arbeiten. Es ist nämlich äußerst ungünstig nur einen Tag frei zu haben, dann zu arbeiten und ein paar Tage später wieder einen Tag frei zu haben. Längere Ausflüge sind so schwierig. Und meinen Urlaub (30 Tage für 1 Jahr) kann ich erst ab Dezember nehmen. Den Urlaub werde ich mir aber wohl für die Zeit in der ich Besuch empfange aufheben.
Zweimal fanden in dieser Woche Musikaufführungen in der Einrichtung statt, die im Hof aufgeführt wurden. Wie schon einmal berichtet habe lieben die meisten Behinderten Musik und tanzen gerne dazu. Zum Glück fand zum ersten Mal eine Aufführung in der Mittagszeit statt, und so konnte ich einige Bilder von passabler Qualität aufnehmen. Auf den Bildern sind auch Mitarbeiter der anderen Häuser, man sieht sich beim Essen und bei Veranstaltungen, beim warten im Hof, oder wenn jemand in meinem Haus als Aushilfe mitarbeitet. Die Namen der anderen Mitarbeiter kenne ich leider nicht so gut, was kein Wunder bei weit über 50 Angestellten ist.

Der Hof von Levzeller: rechts die Baustelle, genau in der Mitte hinten unsere WG
Ein ganz kleiner Teil der Mitarbeiter von Levzeller; ganz links meine Chefin Rivka
Die Tora haltend: links Judith (2.Chefin) und rechts Gila, hinten noch Rita (blond) und Zipi
Zipi, eine meiner vielen Kolleginnen
Immer für jeden da: Rivka kümmert sich um Einen!

Übrigens gab es diese Woche recht gutes Essen: am Mittwoch Pizza, am Freitag Falafel mit Pita, Hoummus, Trina, Salaten und Pommes, Samstag (also heute) einen leckeren Braten und zwischendurch Kuchen und die israelischen Schokoladencroissants.
Zu guter Letzt habe ich noch ein paar Bilder von der Umgebung. Zwar etwas spät, aber besser als nie. Unter der Kategorie Einrichtung und WG werde ich bald mehr hinzufügen. In der Kategorie „Essays“ finden sich nun ein paar niedergeschriebene Gedanken. Den Bericht über Weltpolitik-Syrien wird sich kaum jemand durchlesen, und wer ihn sich durchliest wird dabei wohl das ein oder andere Mal schlucken. Aber zur Zeit ist ja ein Anlass gegeben: die türkische Führung hat nun einen angeblichen Grund kräftig mitzumischen. Warum sie das möchte oder was sie genau möchte, werde ich noch genauer in einem Syrien-Konflikt Bericht schreiben.
Die Kategorie „Photographie“ ist weiterhin am rechten Rand zu finden. Klickt man ein Bild an, so landet man im Album von Google. Sobald ich mehrere Alben (und nicht nur das von der Anreise) habe, werde ich das berichten. Nun aber die Bilder von der Umgebung, die übrigens im Vollbildmodus erscheinen, sobald man sie anklickt.

Von außen recht unauffällig: gleich links neben dem Eingang unsere WG

Schräg hinter mir war beim vorherigen Foto dieser Park, er ist also direkt bei uns gelegen
Die Sokolov in Richtung Zentum (5 Gehminuten), rechts ist der Park und Levzeller

Samstag, 29. September 2012

Immer wieder Samstags

... kommt ein neuer Bericht. Leider komme ich meistens erst in den folgenden Tagen dazu, Bilder hochzuladen. Nun bin ich schon einen Monat in Israel und es ist schon über anderthalb Monate her, dass ich zuletzt deutschen Boden betrat. Und bis jetzt war jeder dieser Tage erfolgreich, spannend und lehrreich. Auch diese Woche ist wieder einiges passiert, dass vielleicht so machen interessieren wird. Letzten Sonntag ist Rachel abgefahren und wir sind jetzt, genau wie vorgesehen, zu viert in der WG. Natürlich waren wir auf der einen Seite traurig, aber auf der anderen Seite wäre es Dauer auch keine Lösung gewesen, dass sie im Wohnzimmer schläft. Andere allgemeine Neuigkeiten gibt es nicht, sowohl das Internet braucht noch, bis es repariert ist, außerdem wird es noch dauern bis wir Fahrräder kriegen, bis wir einen Sprachkurs bekommen und bis wir eine Jahreskarte für den Herzliya Country Club erhalten. Man muss sich gedulden. Inzwischen habe ich unseren Fernseher mit Satellitenschüssel so einstellten können, dass wir deutsche Sender empfangen können. RTL, SAT1 und 3SAT ist neben vielen hebräischen, arabischen und russischen Kanälen möglich. Mittlererweile habe ich einige Bilder von der Anreise hochgeladen, die man hier  findet. Man kann sogar teilweise auf der Karte die GPS-Koordinaten der Bilder anschauen und genau nachschauen, wo welches Bild aufgenommen wurde.
Am Montag habe ich dann als einziger Betreuer meiner Gruppe einen Ausflug mitgemacht, bei dem nur 2 Behinderte von unserer Gruppe mitkamen, auf die ich gut aufpassen konnte. Ziel war wieder ein Café an der Strandpromenade von Herzliya Pituach.

Die Behinderten an der Strandpromenade von Pituach

Jeder bekam ein Eis und Getränke nach Wunsch. Mir hat der Ausflug richtig Spaß gemacht und ich finde es auch gut von Rivka, dass sie mich da mitgeschickt hat. Manche von der WG waren noch auf gar keinem Ausflug dabei und ich jetzt schon auf dem zweiten. Dieses Mal waren wir insgesamt 15 Behinderte und 2 Angestellte. Mit dabei war die gebürtige Rumänin Rita, deren Familie nach Israel ausgewandert ist, als sie fünf war. Rita versteht deutsch und arbeitet in einem anderen Haus; nur weil sie einmal als Vertretung in unserem Haus war kannte ich sie schon. Die andere Kollegin, die mit dabei war ist Russin und arbeitet in einer anderen Abteilung in meinem Haus.

Grössere Fotos von den Behinderten darf man wohl nicht veröffentlichen

Nachdem wir allen Behinderten den Mund abgewischt hatten, spazierten wir noch etwas an der beleuchteten Promenade (es wird jetzt schon um halb 6 dunkel!) und stiegen in den Kleinbus, der uns wieder in die Einrichtung brachte. Mit dem Abendessen hat man auf uns gewartet und so bekamen die Ausflügler auch noch etwas.

Von Dienstagabend bis Mittwochabend fand einer der höchsten jüdischen Feiertage statt: Jom Kippur. Viele Leute fasten 24 Stunden und niemand darf Auto/Bus/Taxi fahren, mit Ausnahme von Krankenwagen. Alle Straßen sind an diesem Tag voller Menschen, ganz in weiß gekleidet. Am Versöhnungstag will man seine Schuld loswerden und  danach guten Gewissens in das neue Jahr starten. Unsere Mitarbeiter (die nicht religiös sind) wurden übrigens mit einem Krankenwagenbus von zu Hause abgeholt und zur Arbeit gebracht, anders wären sie nicht ins Levzeller gekommen.

Jom Kippur in Herzliya: Menschen auf den Hauptstraßen, wie überall in Israel an diesem Tag

Aus dem Donnerstag wurde für mich ein sehr langer Arbeitstag. Ein Mitarbeiter musste ins Krankenhaus und deshalb habe ich Morgen- und Abendschicht übernommen. Abends kamen zwei Musikerinnen auf unseren Hof und tanzten und sangen mit den Behinderten. Die meisten lieben Musik. Itai, ein etwas jüngerer Behinderter ist bei mir und hört jeden Tag verschiedene CD's. Von israelischen Interpreten wie Shiri Maimon und Moshe Ben Ari bis hin zu klassischer europäischer Musik von Beethoven, Mozart und Tschaikowsky. Immer begleitet von Körperbewegungen im Rhythmus der Musik. Und Itai freut sich immer , wenn ich den Interpreten kenne - wobei ich da meistens nur einen kurzen Blick auf das CD-Cover werfen muss. Nach der Musikvorstellung im Hof gab es Falafel zum Abendessen und als Nachtisch Eis. Meine Kollegin war mal wieder besonders großzügig: sie hat mich in die Küche gerufen und mit dort eine große Schüssel voller Falafelkugeln und Hummous gefüllt. Außerdem gab sie mir Eis, für die anderen, die keine Schicht hatten. Das Eis gab es nur für die Behinderten und nicht im Personalraum - und so brachte ich alles schnell in die Wohnung und die Freude in der WG war groß. Ich musste aber noch meine Schicht beenden.
Verhungern müssen wir hier wirklich nicht. Obwohl das Essen nicht unbedingt das Beste ist (aber meistens ist mindestens eine Mahlzeit am Tag gut), mag ich es. Für die Behinderten ist z.B. das Gemüse recht weichgekocht und das Fleisch sehr zart. Das gleiche Fleisch gibt es auch für die Mitarbeiter. Ansonsten bekommen wir zusätzlich zu den 3 Mahlzeiten, die wir JEDEN Tag einnehmen können, egal ob wir arbeiten, oder nicht, noch ein Essenspaket pro Woche. Brot, Milch, Eier, Hummous, Frischkäse, Obst, Gemüse, Cornflakes... Da kann man sich z.B. etwas an den Strand mitnehmen oder für Ausflüge einpacken. Man kann aber auch zum kleinen Speiseraum für die Mitarbeiter gehen und von dort das Essen einpacken und als "Lunchpaket" zu einem Ausflug mitnehmen. Das klingt alles so, als hätte man hier keine Ausgaben; leider ist das Gegenteil der Fall. Die Busfahrten summieren sich schnell, außerdem zahlt jeder 50 NIS (10€) pro Monat in die WG-Kasse ein, von der Kabapulver oder allgemein nützliches gekauft wird. Eine Packung Kekse kostet knapp 3€, Bäckereien sind auch teuer, eine Pizza Magharita zum Mitnehmen kostet 10€. Und das ist überall in Israel so. Sobald man jemanden besuchen geht oder einen Ausflug macht, geht das Geld weg wie nichts. Ohne, dass man sich Luxus oder dergleichen leistet.

Genug gejammert. Am Freitag fuhr ich nach Rischon Le Zion, der viertgrößten Stadt Israels, um andere Freiwillige zu besuchen. Max, Daniel, Flo und David wohnen in einer relativ großen Wohnung in einer Siedlung etwa 10 Minuten zu Fuß von ihrer Arbeitsstelle entfernt. Bis jetzt haben sie keine Möbel und keine Klimaanlage, dafür aber im Gegensatz zu uns einen Backofen.

Ausblick: Wohnviertel in Rischon Le Zion

Abends spazierte ich mit Daniel durch Rischon, wo natürlich dank Schabbat alle Geschäfte geschlossen hatten. Bis Schabbatende am frühen Samstagabend blieb ich bei ihnen. Wir unterhielten uns über die Behinderten, die bei ihnen schwieriger sind als bei uns, denn in der Einrichtung in Rischon leben Autisten. Ich hatte sogar Gelegenheit, einen kurzen Einblick in die Einrichtung zu bekommen. Alles ist viel kleiner als bei uns. Im Prinzip ist sind es zwei Häuser, die sich nicht von Wohnhäusern unterscheiden und mitten in einem Wohngebiet gelegen sind.
Anschließend fuhr ich nach Jerusalem zu meiner Tante. Beim Umsteigen in Tel Aviv traf ich zufällig Jacques, einen Freiwilligen der in Jerusalem arbeitet. Und als wir gemeinsam in der heiligen Stadt ankamen, begann es sofort in Strömen zu regnen.