Am Mittwochabend (05.09.) kamen wir also im Maon
Levzeller in Herzliya an. Schnell stellten wir das Gepäck in unsere
WG, die direkt neben der Einrichtung liegt. Im Personalraum bekamen
wir gleich etwas zu essen. Natürlich begrüßten uns die
Angestellten und die Behinderten. Manche wollte die Hand gereicht
haben, andere sprachen uns auf hebräisch an, was wir leider nicht
verstanden. Danach wurde es noch spannender. Wir hatten endlich Zeit,
unser neues zu Hause anzuschauen. Rachel, die Freiwillige, die schon
seit einiger Zeit hier ist, hatte uns zuvor erzählt, dass die
Vorgänger ein riesen Chaos angerichtet hatten und die WG total
heruntergekommen war. Extra für uns wurde sie vor einer Woche
renoviert! Was für ein Glück! Alles ordentlich und relativ sauber.
Nur leider gibt es ein Problem: Wir sind zur Zeit 4 Mädels und 1
Junge. In der WG gibt es 2 Doppelzimmer, eine kleine Kammer und ein
Sofa zum Schlafen im Wohnzimmer. Rachel, die im Oktober abreisen
wird, bleibt auf dem Sofa. Und jetzt die Frage – wie macht es der
Rest? Die Kammer wollte mir niemand zumuten und schließlich mussten
wir nicht lange diskutieren. Rahel und Hannah nehmen das Zimmer mit
Blick zum Hof, Nathalie geht mit mir in den Raum gegenüber. Ja. Es
wird auf Dauer sicher nicht leicht. Jeder erwischt irgendwann einen
schlechten Tag. Ist mal krank, mal traurig, mal überarbeitet oder
will einfach seine Ruhe. Aber noch verstehen wir uns gut :)
Wie alle meiner Mitbewohnerinnen ist Nathalie total nett, intelligent und vernünftig. Die Atmosphäre in der WG stimmt also, im Gegensatz zu unseren Vorgängern, wie man uns erzählte. Diese haben sich nicht gut verstanden, ein Teil ist schon früher abgereist und der Zustand der Wohnung war dementsprechend. Ich möchte so etwas nicht! Ich werde alles Mögliche dazu tun, das wir uns gut verstehen! Und das die WG ordentlich bleibt!
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| Ordnung muss sein: Links mein Bett, rechts Nathalies |
Wie alle meiner Mitbewohnerinnen ist Nathalie total nett, intelligent und vernünftig. Die Atmosphäre in der WG stimmt also, im Gegensatz zu unseren Vorgängern, wie man uns erzählte. Diese haben sich nicht gut verstanden, ein Teil ist schon früher abgereist und der Zustand der Wohnung war dementsprechend. Ich möchte so etwas nicht! Ich werde alles Mögliche dazu tun, das wir uns gut verstehen! Und das die WG ordentlich bleibt!
Übrigens: Leider befindet sich momentan eine
Baustelle auf dem Gelände der Einrichtung. Unsere Internet und
Telefonverbindung funktioniert erst wieder in ein paar Tagen. Bis
dahin müssen wir auf dem Hof ins Internet. Es kann also sein, dass
ich nicht immer sofort antworte, auch wenn ich eine E-Mail/Nachricht
schon gelesen habe. Auch bis ich die ganzen Bilder/Videos auf meinen
Blog hochlade, dauert es noch!
Donnerstag bekamen wir eine kleine Rundführung
von Moti, unserem Chef, durch die Einrichtung. Insgesamt gibt es vier
verschiedene Häuser mit Behinderten. Eingeteilt wurde ich in das
Haus der Rollstuhlfahrer, die natürlich viel Hilfe benötigen.
Gleich am Nachmittag sind wir durch die 84.000 Einwohner zählende Stadt Herzliya
spaziert. Nicht weit von uns ist das Stadtzentrum mit kleinen
Geschäften, Supermärkten, Restaurants, Bäckereien etc. Mit dem Bus
in einer halben Stunde zu erreichen ist Herzliya Pituach, das
Nobelviertel der Stadt. Hier wohnen Botschafter und Geschäftsleute.
Es gibt teure Hotels, Bars, eine Marina und eine Strandpromenade.
Abends bin ich übrigens alleine nach Jerusalem (ca. 2 Stunden Fahrt
wegen umsteigen) gefahren, um noch mein restliches Zeug von meiner
Tante abzuholen. Freitag früh war ich auf dem Markt Mahane Yehuda in
Jerusalem, um etwas einzukaufen. Bei uns in Herzliya gibt es leider
keine vergleichbaren Märkte, dafür eben große Supermärkte.
Das größte Problem in Israel ist immer wieder der Schabbat, der jüdische Ruhetag. Von Freitag am frühen Abend bis Samstagabends fahren keine öffentlichen Busse. Zur Fortbewegung muss man entweder ein teures Taxi nehmen, oder ein Sammeltaxi, dass etwas günstiger ist, aber dafür nicht überall fährt. Um diese Unannehmlichkeiten zu vermeiden fuhr ich schon mittags nach Herzliya zurück. Genau in dem Moment, als ich die WG betrat, sah ich einen netten Zettel auf dem Tisch und Rachel bestätigte, dass die anderen am Strand sind. Blitzschnell stellte ich alle Sachen ab, packte Handtuch und Badehose ein und nahm den nächsten Bus zum Strand. Für ca. 1,20€ kommt man in einer halben Stunde zum Strand. Mit dem Fahrrad würde es nicht viel länger dauern, weil der Bus ein paar Umwege nimmt. Da stellt sich gleich die Frage: Wann bekommen wir endlich Räder? Noch ist das nicht geklärt. Die alten Fahrräder sind kaputt und in nächster Zeit stehen hier viele Feiertage an. Bis etwas organisiert wird, kann also noch eine Weile vergehen. Nun ja, ich machte mich auf die Suche nach den Mädels, spazierte immer am Strand entlang, bis ich sie fand. Endlich in das erfrischende Meer springen, Sonnen und am Strand liegen. Wunderschön ist er, unser Strand. Will man feinsten Sand, so sucht man den Abschnitt in Richtung Yachthafen und Hotels auf. Wir aber haben uns am ruhigeren Strand entspannt, der in immer steiler werdenden Felsen endet. Meeresrauschen, die strahlende Sonne, ein leichter Wind – wie im Paradies. Doch nicht mit den Jungs hier! Ich muss es jetzt machen, seit 2 Wochen bin hier in Israel und habe mich so oft geärgert, dass ich jetzt darüber schreibe. Über die jungen Männer. Dieses Mal waren es zwar Araber, aber dieses Verhalten würde z.B. in Syrien kein Araber vorzeigen. Aufdringliches Ansprechen von Mädels. Fotos machen. Anfassen. Manchmal denke ich, ich bin im falschen Film. Aber ich fasse einfach mal kurz zusammen:
Das größte Problem in Israel ist immer wieder der Schabbat, der jüdische Ruhetag. Von Freitag am frühen Abend bis Samstagabends fahren keine öffentlichen Busse. Zur Fortbewegung muss man entweder ein teures Taxi nehmen, oder ein Sammeltaxi, dass etwas günstiger ist, aber dafür nicht überall fährt. Um diese Unannehmlichkeiten zu vermeiden fuhr ich schon mittags nach Herzliya zurück. Genau in dem Moment, als ich die WG betrat, sah ich einen netten Zettel auf dem Tisch und Rachel bestätigte, dass die anderen am Strand sind. Blitzschnell stellte ich alle Sachen ab, packte Handtuch und Badehose ein und nahm den nächsten Bus zum Strand. Für ca. 1,20€ kommt man in einer halben Stunde zum Strand. Mit dem Fahrrad würde es nicht viel länger dauern, weil der Bus ein paar Umwege nimmt. Da stellt sich gleich die Frage: Wann bekommen wir endlich Räder? Noch ist das nicht geklärt. Die alten Fahrräder sind kaputt und in nächster Zeit stehen hier viele Feiertage an. Bis etwas organisiert wird, kann also noch eine Weile vergehen. Nun ja, ich machte mich auf die Suche nach den Mädels, spazierte immer am Strand entlang, bis ich sie fand. Endlich in das erfrischende Meer springen, Sonnen und am Strand liegen. Wunderschön ist er, unser Strand. Will man feinsten Sand, so sucht man den Abschnitt in Richtung Yachthafen und Hotels auf. Wir aber haben uns am ruhigeren Strand entspannt, der in immer steiler werdenden Felsen endet. Meeresrauschen, die strahlende Sonne, ein leichter Wind – wie im Paradies. Doch nicht mit den Jungs hier! Ich muss es jetzt machen, seit 2 Wochen bin hier in Israel und habe mich so oft geärgert, dass ich jetzt darüber schreibe. Über die jungen Männer. Dieses Mal waren es zwar Araber, aber dieses Verhalten würde z.B. in Syrien kein Araber vorzeigen. Aufdringliches Ansprechen von Mädels. Fotos machen. Anfassen. Manchmal denke ich, ich bin im falschen Film. Aber ich fasse einfach mal kurz zusammen:
Obercool, arrogant, laut und nicht sehr taktvoll.
So sind 80% der jungen israelischen Männer. Es gibt zwar Ausnahmen,
aber die gibt es selten. Egal wie gut sie aussehen mögen, ihre Art
ist billig und geht mir richtig auf die Nerven. Man wird im Geschäft
nicht bedient bzw. im Schneckentempo. Im Allgemeinen spürt man
Gleichgültigkeit in Gesprächen, die im Prinzip nur aus wenigen
Wörtern bestehen und gestellt wirken, sobald (deutsche) Mädels in
der Nähe sind. Und es ist vollkommen egal wie attraktiv diese Mädels
sind, oder ob sie sich interessiert zeigen oder nicht. Es wird
angesprochen und genervt und zwar auf eine dermaßen billige Art,
dass ich mich echt frage, ob das hier der 50-jährige Hakan am
türkischen Strand mit einer Europäerin ist, oder wir in Israel
sind. Die israelischen Frauen wissen genau, wie man so etwas
entweicht. Immer geradeaus blicken. Überall wo man in Israel durch
die Straßen geht, sieht man alle Leute gerade nach vorne schauen.
Die nächste Situation erzähle ich auch noch: Busfahrt in Herzliya.
Ich sitze neben meiner Zimmerpartnerin und ein vielleicht Ende
30-jähriger Mann ist vor uns. Die Augen starrten und starrten die
ganze Zeit auf Nathalie, die aus dem Fenster schaute. Ich war kurz
davor etwas zu sagen. Vielleicht schaute er mal wenige Sekunden weg.
Aber solche ewig langen, eindeutigen und aufdringlichen Blicke habe
ich selten gesehen. Nathalie hat davon, so glaube ich, nichts
mitbekommen und ich wollte das Thema auch nicht noch einmal
ansprechen.
Ich bin immer sehr aufmerksam. Und beobachte sehr
genau. Was ich in den letzten zwei Wochen mitbekommen habe, gefällt
mir überhaupt nicht. Wenn ich etwas breiter gebaut wäre, hätte ich
wohl schon die ein oder andere Schlägerei angefangen. Das war die
meinige Sicht auf dieses Thema. Wahrscheinlich werde ich darauf noch
einige Male zurückkommen. Und hoffentlich auch über positive
Ausnahmen berichten können. So aber würde ich mich stark wundern,
wenn ein Israeli zu einer Volontärin von uns nett ist, ohne
Hintergedanken zu haben. Als ich davor gewarnt habe, wollte mir
niemand glauben. Aber recht behalten habe ich natürlich.
Zitat aus einem anderen Blog:
„[...] und ich wurde das erste mal so richtig wegen meiner blonden Haare angegraben, der Mann hätte mein Vater sein können, aber der Vergleich mit einem 'Angel fallen from the sky' schien ihm dennoch angebracht."
Schluss. Aus. Ende. Der einzige Trost bleibt, dass das
Sicherheitspersonal, also immerhin ein Wächter von unserer
Einrichtung recht nett zu mir ist.
Was bleibt noch von unserer Woche zu erzählen?
Nach dem Sonnenuntergang sind wir am Freitag schließlich mit dem
Taxi vom Strand zu unserer WG gefahren, wo wir selbst kochten. Gut,
kochen ist wohl etwas übertrieben. Wir bereiteten einfach das
Abendessen zu. Pita mit Hoummus, Auberginensalat, Taramas und
flüssigem Frischkäse, je nach Geschmack. Dazu Tomaten/Gurkensalat
und Falafel. Am Samstag schliefen wir etwas aus und verbrachten die
Zeit bis zum Nachmittag in der Wohnung. Gemeinsam mit Rachel machten
wir uns dann zu Fuß auf den Weg zu Shopping Mall. Natürlich achtete
niemand genau auf den Weg, mit dem Ergebnis, dass wir einen Umweg
gingen. Mit meinem erstklassigen Orientierungssinn fanden wir aber
schließlich das Einkaufszentrum. Ich möchte ja nichts sagen, aber
ich bin bis jetzt 2 Tage in Herzliya und Rachel schon mehrere Monate
;) Die Shopping Mall an sich ist nichts Besonderes. Wie überall auf
der Welt gibt es einen H&M, Schmuckgeschäfte, Kleidungsgeschäfte
und Elektronikfachmärkte. Da stellt sich die interessante Frage:
Wieso hatten gefühlt alle Bewohner Herzliyas die gleiche Idee wie
wir, Samstagnachmittag in die Mall zu gehen? Wir blieben nicht lange
und machten uns mit dem Bus auf den Rückweg. Leider ging es mir am
Abend immer schlechter. Nathalie ist schon seit ein paar Tagen krank
und es scheint, als hätte ich mich angesteckt. Und das genau jetzt,
wo morgen die mein erster Arbeitstag ist. Also schnell ab ins Bett.
Tee trinken und gute Nacht.

